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#Buchrezension: Permanent Record


janwo - 30. Dezember 2021 - 1 comment

Was sind eigentlich die dunklen Seiten des digitalen Wandels?

Ich habe länger darüber nachgedacht, ob eine Buchrezension über „Permanent Record“ von Edward Snowden als Autobiographie wirklich hier hergehört – habe mich dann aber doch dafür entschlossen. Warum? Weil wir sehr viel über Unternehmenserfolge und Möglichkeiten des digitalen Wandels sprechen. Zentraler Treiber des digitalen Wandels ist die Technologie! Und genau mit diesen Technologien (die uns so viel ermöglichen) kommen auch Gefahren: Hacks, Cyber Kriminalität und Institutionen, die unsere täglichen digitalen Helfer ausnutzen, um uns auszuspähen, zu manipulieren und zu beeinflussen. Zu Licht gehört auch immer Schatten und genau aus diesem Grund erwähne ich „Permanent Record“ von Edward Snowden an dieser Stelle.

Es ist vollkommen egal ob Privatperson oder Unternehmen, die Gefahren aus der digitalen Welt betreffen uns alle und daher sollten wir uns auch alle damit auseinandersetzen. Warum ich das Buch von Edward Snowden dafür empfehle, erfahrt ihr in dieser Buchrezension.

Buchdetails

TitelPermanent Record
UntertitelMeine Geschichte
ISBN3103974825
VerlagS. Fischer
Veröffentlichung17.09.2019
Umfang432 Seiten
SpracheDeutsch
ShoplinkLink

Welches Thema und Problem adressiert das Buch „Permanent Record“?

In erster Linie ist das Buch „Permanent Record“ von Edward Snowden eine Autobiografie. Das Buch handelt also vom Menschen Edward Snowden selbst. Der Leser‘ erfährt alles, von den frühen Anfängen seines Wirkens bis zu seinen Enthüllungen im Sommer 2013, die den weltweiten NSA-Skandal auslösten. Was mir vor allem gefallen hat, sind seine technischen Ausführungen (high level), mit denen er seine und die Methoden der Geheimdienste erklärt.

„Zu argumentieren, dass Sie keine Privatsphäre brauchen, weil Sie nichts zu verbergen haben, ist so, als würden Sie sagen, dass Sie keine Meinungsfreiheit brauchen, weil Sie nichts zu sagen haben.“

Permanent Record, edward snowden

Das Thema des Buches sind die dunklen Machenschaften der staatlichen Institutionen bei der Überwachung seiner Bürger‘. Edward Snowden beschreibt, was ihn dazu getrieben hat, mit seinem alten Leben zu brechen und warum die Gewissensbisse ihn letztendlich dazu getrieben haben, als Wistleblower ins Exil zu gehen.

„Permanent Record“ zeichnet ein düsteres Bild davon, was in der digitalen Welt alles möglich ist und wie diese Möglichkeiten tagtäglich ausgenutzt und gegen die Menschen gerichtet werden. Wer mehr über die Gefahren weiß, kann leichter erkennen, wo man sich selbst (privat wie beruflich) schützen muss.

Für wen ist das Buch „Permanent Record“ geeignet?

Als Autobiographie ist das „Permanent Record“ vor allem für Leser‘ geeignet, die mehr über Edward Snowden und den NSA Skandal aus dem Jahr 2013 erfahren möchten. Zusätzlich (und aus dem Grund erwähne ich das Buch hier) ist das Buch für all jene geeignet, die einen sanften Blick hinter die Kulissen der Geheimdienste werfen möchten. Wir erfahren high-Level welche Methoden und Ziele die Geheimdienste im Informationszeitalter verfolgen.

Wer in dem Buch detaillierte technische Beschreibungen erwartet, selbst Hacks ausführen zu können, den muss ich enttäuschen. Edward Snowden geht an manchen Stellen bewusst nicht weiter ins technische Detail, da er vermeiden möchte, andere zu kriminellen Handlungen anzuspornen (Details findet jeder Interessierte im Darknet). Man kann sich aber denken, welche Möglichkeiten zur Überwachung existieren. Aus dem Grund ist das Buch auch für Nicht-Nerds und Techies geeignet.

Meine persönliche Meinung

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich meine gesamte private IT-Infrastruktur umgebaut. Ich hab penetrant versucht, von den etablierten Anbietern wie Google, Microsoft, Amazon und Facebook wegzukommen und mehr auf Open Source zu setzen:

  • Eine Linuxdistribution auf dem privaten Rechner
  • CalyxOS als OS auf dem Smartphone
  • OpenSource Cloud auf eigenen Servern, statt Google Drive/OneDrive/Dropbox etc.
  • Verschlüsselter E-Mail-Anbieter, statt GMail
  • OpenSource Passwortmanager
  • Konsequente Verschlüsselung privater Daten
  • uvm.

Manchmal ging das einfacher, manchmal schwerer, da wir als Kunden Einfachheit lieben. Die bekannten Technologieunternehmen haben es verstanden, uns Nutzer an sie zu binden – mit all den Datenschutzproblemen, die Edward Snowden beschreibt. Aus diesem Grund empfehle ich das Buch allen, die mehr über die dunklen Seiten des digitalen Zeitalters wissen möchten. Ich empfehle es aber auch jedem, um das Verständnis dafür zu schärfen, dass die großen Tech-Unternehmen NICHT unser Bestes wollen! „Permanent Record“ zeichnet ein düsteres Bild davon, was uns täglich im Datenjungle erwartet und wie skrupellos wir Nutzer ausgenutzt werden. Das sollte wirklich jeden interessieren.

An der Stelle möchte ich euch den Podcast Darknet Diaries empfehlen, indem ihr mehr über weltbekannte Hacks und dunkle Machenschaften erfahrt.

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1 comment

  1. Joachim

    Coo, wirklich sehr interessant. Danke für den Tipp – auch für den Podcast. Werde mal reinhören. Bis dahin!

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