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Was haben Monopole und Startups gemeinsam und was hat ein Potenzgesetz damit zu tun?

Ich hatte mal wieder Lust, einen Klassiker aus dem Bereich der Startup-Bücher zu lesen. Schon länger hatte ich „Zero to one“ von Peter Thiel in meinem Regal liegen. Im Urlaub war es dann so weit und ich kam endlich dazu.

Peter Thiel wurde nicht selten wegen seiner Unterstützung des damaligen Präsidenten Donald Trump und anderer, rechtspopulistischer Gruppen kritisiert. Und so sehr man ihn wegen seiner politischen Ansichten auch hinterfragen darf, so steht sein unternehmerisches Talent außer Frage. Mich hat interessiert, etwas mehr von Peter Thiels Ansichten zu erfahren und was es für ihn bedeutet, von null auf eins zu starten.

In einer Welt mit begrenzten Ressourcen ließe sich Globalisierung ohne neue Technologie niemals aufrechterhalten.

Zero to one

Warum mich das Buch nach anfänglicher Skepsis gegenüber des Autors doch sehr überzeugt hat, erfahrt ihr in dieser Buchrezension.

Buchdetails

TitelZero to one
UntertitelWie Innovation unsere Gesellschaft rettet
ISBN3593501600
VerlagCampus
Veröffentlichung16.09.2014
Umfang200 Seiten
SpracheDeutsch
ShoplinkLink

Welches Thema und Problem adressiert „Zero to one“?

Peter Thiel geht in seinem Buch immer wieder auf Thema Monopol ein. Er vertritt (sehr glaubwürdig) die Überzeugung, dass langfristige Gewinne, und damit meint er wirklich große Gewinne, nur erreicht werden können, wenn man es in einem kleinen Markt schafft, mit seinem Startup ein Monopol zu bilden. Er kritisiert, dass viele Entrepreneure dabei den großen Fehler machen, ihren eigentlichen Markt zu positiv zu bewerten….schliesslich behauptet jeder von sich einzigartig zu sein.

Wir erhalten wertvolle Tipps, was es zu Bildung eines eigenen Monopols braucht, wie zum Beispiel:

  1. Eigene Technologie
  2. Netzwerkeffekte
  3. Grössenvorteil
  4. Markenbildung

Die einzelnen Punkte werden im Buch sehr viel detaillierter beschrieben, worüber ich jetzt aber nicht zu viel verraten möchte.

Neben dem Unternehmen erfahren wir noch, was sich auf Seiten der Politik und Bildungsinstitutionen verändern muss, um in Zukunft wirklich den Punkt der Singularität zu erreichen. Das war zum Teil sehr deprimierend, weil ich an vielen Stellen selbst gedacht habe „ja, ja genau so schlimm ist es“.

Für wen ist das Buch „Zero to one“ geeignet?

„Zero to one“ ist für Unternehmer:innen und jene, die es werden wollen, geeignet. Es hilft dabei, sich über Kernelemente seines Unternehmen Gedanken zu machen, wie z.B. der Notwendigkeit nicht nur Techniker zu haben, sondern auch einen eigenen Vertrieb.

Wir (vor allem Ingenieure) neigen dazu, unser Produkt aufgrund der Technik zu verklären und unterschätzen, wie mühsam es ist, das Produkt auch gewinnbringend zu verkaufen. Genau hier kann das Buch helfen, sich und seinen Fokus zu hinterfragen.

Meine persönliche Meinung

Als Ingenieur hat mir vor allem seine Kritik an uns Ingenieuren gefallen! Ja, in der Tat. Er hat oft davon gesprochen, dass den Ingenieuren von heute das große Denken fehlen würde. Sie konzentrierten sich zu sehr auf das minimale Verbessern bestehendes, statt sich an den potenziellen nächsten großen Wurf zu wagen. Schließlich sind es doch gerade die Ingenieure, die die Lösungen von morgen entwickeln sollen und müssen.

Aber wenn etwas überschätzt wird, dann ist es die Arbeit der Wissenschaftler und Ingenieure.

Zero to one, Seite 126

Es ist mir leicht gefallen, den Ausführungen von Peter Thiel zu folgen. Zwar hat er nicht wie in ähnliche Veröffentlichungen zu dem Thema (z.B. Silicon Germany) Praxisbeispiele von Unternehmen gebracht, aber dafür wichtige, persönliche Erfahrungswerte aufgeführt.

Gut fand ich seine offene Kritik daran, wenn Buchhalter, Controller oder Kaufleute alleine ein Unternehmen führen würden, die mich sehr angesprochen hat – spiegelt sie auch meine Erfahrung wider. Laut Peter Thiel ist es fatal, wenn Unternehmen nur anhand von Zahlen beurteilt werden. Vor allem Tech-Unternehmen sollten von (visionären) Technikern geführt werden…Buchhaltung ist eine Nebendisziplin. Man muss das Produkt verstehen, um eine gemeinsame Vision und Mission für das ganze Team glaubhaft schaffen und vertreten zu können. Der Wert eines Unternehmens misst sich nämlich auch an den Gewinnen, die es in Zukunft erzielen wird.

Die Kirsche auf der Sahne war für mich das Verständnis über das erwähnte Potenzgesetz zu bekommen, entspricht es nicht meinem bisherigen Verständnis (und sowas mag ich besonders): Wir haben bisher immer gelernt zu diversifizieren, sich breit aufzustellen, um Risiken zu minimieren. Genau das ist aber der Fehler! Betrachten wir unser berufliches und persönliches Leben als Portfolio, in das wir immer wieder investieren, ist es wichtig, nur solche Investitionen zu treffen, die alleine das Potenzial haben, alle bisherigen um ein Vielfaches wieder einzuspielen. Ein Startup kann es sich nicht schlicht nicht leisten zu <<diversifizieren>>. Es hat begrenzte Ressourcen und muss sich fokussieren. Genau das müssen wir auch privat tun und immer wieder die Regel des Potenzgesetzes anwenden.

Peter Thiel konnte mich mit „Zero to one“ wirklich überraschen und ich habe eine andere Seite von ihm kennenlernen dürfen. Die kleinen Einblicke in sein Verständnis von Markt, Politik und Gesellschaft sind sehr überzeugend, verständlich erklärt und regen zum Nachdenken und Hinterfragen an.

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