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Die ersten 10.000 km mit dem Tesla Model Y – unsere Erfahrungen


janwo - 4. Juni 2023 - 0 comments

Seit Dezember 2022 fahren wir nun Tesla. Nachdem wir uns Jahre zuvor den Wunsch erfüllt hatten, einmal Porsche zu fahren, haben wir uns entschlossen zu Tesla und zur E-Mobilität zu wechseln. Da wir die Größe des Porsche Macan S super fanden und jetzt auch Nachwuchs ansteht, haben wir uns das Model Y angesehen. In diesem Artikel möchte ich euch kurz unsere Erfahrungen mitgeben.

Die Abholung eines Teslas

Vor vier Jahren wollten wir den Porsche in Zuffenhausen abholen. Ein solcher Tag ist ein wahres Happening und man bekommt buchstäblich den „Hintern gepudert“. Von eigenem Fahrer, Museumsbesuch, über Mittagessen, Werksführung und sehr detaillierter Einweisung, alles ist bis ins Detail geplant. Ganz anders Tesla. Nachdem bei der Ankunft im Autohaus Mannheim meine Identität festgestellt wurde, bekam ich ein kleines Etui mit zwei Karten drinnen. Man wünschte mir viel Vergnügen und verwies mich in die Nachbarhalle, in der ein Mitarbeiter mir mein Auto zeigte. Er nahm meine Kennzeichen und montierte diese falsch herum. Keine Einweisung nichts. Es überraschte mich ehrlich gesagt nicht und ich rechnete auch damit, da dieses Vorgehen in allen Foren diskutiert wird. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der „typisch Deutsche Autonarr“ hier das erste Mal schluckt. Früher konnte ich bereits einmal ein Auto in Wolfsburg bei VW abholen und was soll ich sagen: Ich glaube wir Deutsche mögen dieses besondere Event. Schließlich hat man ja x Euro ausgegeben.

Nachdem ich meine Zugangskarten in der App registriert hatte, nutze ich eine Tesla Checkliste für die Abholung, die ich online gefunden hatte. Ich hatte lediglich ein Spaltmaß anzumerken, aber der Mitarbeitende verwies mich darauf, dass das noch in der Toleranz sei. Ebenfalls war mir aufgefallen, dass ich Sommerräder montiert hatte – wohlgemerkt es war Dezember und ich hatte Winterräder bereits dazu gekauft. Nach einem kurzen hin und her, fuhr man das Auto dann nochmal in die Werkstatt, montierte mir die Winterräder und legte mir den Satz Sommerräder ins Auto. Das sollte eigentlich nicht passieren, aber nun gut.

Software first bei Tesla!

Der große Unterschied zu Autos wie von Porsche, BMW, Audi oder Mercedes ist, dass der Fokus beim Tesla nicht auf der Maschine liegt. Der Fokus liegt auf der Software. Während die deutschen Hersteller eine tolle Maschine (mit wunderbaren Spaltmassen) bauen und etwas Software draufpacken, geht Tesla das Ganze anders an. Hier zählt die Software und die digitale Nutzererfahrung und um die Software wird anschließend eine Maschine gebaut. Der Anspruch, den Tesla an seine Autos hat, ist ein völlig anderer, den deutsche Hersteller haben. Die Diskussion über Spaltmasse greift da meiner Meinung nach viel zu kurz.

Es kommt entscheidend darauf an, worauf man Wert legt. In meinem Fall ist es das ganze digitale Erlebnis. Die App damals vom Porsche kommt mMn absolut nicht an die von Tesla heran. Gleiches habe ich jetzt beim VW ID5 gesehen. Da muss ich mich fragen, warum die deutschen Hersteller das digitale Erlebnis noch immer so oldschool designen.

Natürlich muss ich sagen, dass der Tesla beim Thema Verarbeitung nicht an einen Porsche herankommt. Die zu Beginn erwähnten Spaltmasse, das Laufgeräusch oder das Geräusch beim Schließen einer Tür. All das ist nicht auf dem hohen Level wie bei einem Audi, Porsche oder BMW. Wenn ich allerdings das nächste Mal an der Ladesäule stehe und mich darüber freue, in meinem Auto zocken zu können, ist das vergessen. Mein Fokus liegt mittlerweile woanders. Allein, dass ich einen AMD Ryzen Prozessor verbaut habe und das sehen kann, erfreut den Nerd in mir.

Tesla-Model-Y-Erfahrung_2
Unterwegs mit vollem Entertainmentprogramm

Das leidige Ladethema

Egal, mit wem ich spreche. Alle kommen immer mit dem Argument „aber die Reichweite“. Eine Studie vom ADAC hat herausgefunden, dass der durchschnittliche Autofahrer max. 12 km am Tag fährt. 12 Kilometer! Dennoch reden alle über die Reichweite. Die ersten 3.000 km haben wir Langstrecke zurückgelegt. Von Mannheim nach Basel, nach Köln, nach Nürnberg, an den Bodensee und wieder nach Basel. Wir waren nie langsamer als unsere Mitfahrer in ihrem VW Passat. Wir haben einfach die Ladestopps mit den Pausen gut eingeplant. Zudem muss man sagen, dass die Navigation bei Tesla genial ist. Dank des riesigen Displays kann ich sehr bequem meine Supercharger auswählen.

Ganz anders im BMW i4, den ich kürzlich fahren konnte. Die Navigation zur nächsten Ladesäule war absolut nicht intuitiv. Da merkt man einfach, dass bei Tesla die Softwarebedienung an erster Stelle steht. Generell das Thema Laden ist super bequem: Supercharger auswählen, Stecker rein, fertig. Ganz anders beispielsweise bei anderen Herstellern: Da lade ich mir eine App runter, scanne den QR-Code (wenn er direkt erkannt wird) oder muss (wie im Bild) erst meine EC-Karte registrieren. Diese super semless (digtitale) Nutzererfahrung bei Tesla ist es wieder, die mich begeistert.

Bis heute hatten wir nie Ladeprobleme. Kommen auch auf der Langstrecke immer bequem voran und können nichts Negatives erkennen. Ganz im Gegenteil: Einige neue Ladeparks haben über 50 Ladesäulen, eine eigene Bäckerei und Spielplätze. Man entdeckt eine ganz neue Infrastruktur.

Kleiner Tipp: Einer der schönsten Ladeparks, den wir bisher entdecken konnten, liegt bei Hilden. Den solltet ihr unbedingt mal aufsuchen, wenn ihr dort in der Nähe seid.

Im Parkhaus an einer öffentlichen Ladesäule

Was mir sonst noch aufgefallen ist

Ich muss sagen, dass ich nicht mehr zu einem Verbrenner zurückmöchte. Das Fahrgefühl mit dem E-Auto ist einfach klasse. Zudem habe ich gemerkt, wie wichtig mir die digitalen Möglichkeiten geworden sind. Das habe ich so bei noch keinem anderen Hersteller gesehen. Für mich als Nerd genau das richtige.

Natürlich gab es auch schon Sachen, die mich geärgert haben. Da war das Thema mit den Reifen bei der Abholung, oder wir hatten beispielsweise einmal Probleme mit der Klimaanlage. Das Problem habe ich via App gemeldet (klasse) und hatte zwei Tage später ein Softwareupdate im Konto, welches das Problem behoben hat. Aber ich habe nie ein Feedback oder eine Statusmeldung erhalten. War also als Kunde erstmal allein und wusste nicht, was Sache ist. Hier würde ich mir mehr Kommunikation wünschen.

Tesla Vision (Quelle: Tesla)

Das größte Manko sind allerdings die fehlenden Ultraschallsensoren! Das, liebes Teslateam, geht gar nicht! Ich war genauso betroffen von der Tatsache, dass es die Sensoren noch gab, als wir das Auto bestellt hatten. Tesla hat dann, bekannterweise, diese einfach gestrichen. Ersatz soll Tesla Vision sein – ein auf Basis der 360 Grad Kamera analysiertes Bild. Das Resultat sind zuckende Linien, denen man wirklich nicht vertrauen kann und will. Bei einem Auto mit einem Wert von über 70.000 Euro kann ich erwarten, dass Einparken und Nahbereichs-Erkennung fehlerfrei funktioniert. Das tut Tesla Vision definitiv nicht. Hier muss ich sagen, habe ich mich wirklich geärgert. Als Ausgleich hat uns Tesla 10.000 Gratiskilometer gegeben. Das ist zwar gut und kundenfreundlich, aber es ist mal wieder die Art und Weise, die mich geärgert hat. Es wurde vorab nicht anständig kommuniziert.

Fazit zu meiner Tesla Erfahrung

Mein Fazit ist, dass ich den Wechsel von Porsche zu Tesla nicht bereue. Ich habe eine ganz neue Art zu fahren kennengelernt. Darüber hinaus begeistert mich der „Software first“ Ansatz sehr.

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